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Welche Impulse resultieren aus dem Trend, schlankere Unternehmensstrukturen zu schaffen?

Holger Sievers
msg services ag

In der industriellen Produktion hat sich die Reduzierung der Fertigungstiefe schon seit Jahrzehnten als ein Erfolgsmodell erwiesen. Eine ähnliche Entwicklung ist inzwischen auch in der Informationstechnik zu beobachten, indem sich die Unternehmen zunehmend auf ihre Kernkompetenzen beschränken und andere Aufgaben in die Hände von Kompetenzpartnern geben.

Ein Gespräch mit Holger Sievers, Vorstand der msg services ag, beleuchtet die Konsequenzen der Industrialisierung der IT-Produktion und beschreibt, in welcher Verantwortung dadurch die IT-Provider stehen.

  • Was begründet den Erfolgskurs von Outsourcing?
  • Also wird sich das Gesicht der IT durch die Konzepte zur Industrialisierung verändern?
  • Führt die Industrialisierung der IT zur Notwendigkeit, sich auf standardi- sierte Services zu beschränken?
  • Welche Impulse resultieren aus dem Trend, schlankere IT-Strukturen zu schaffen?
  • Was bedeutet die Reduzierung der IT-Fertigungstiefe für die Kundenorientierung?

"Die Leistungsfähigkeit der IT resultiert längst nicht mehr allein aus der technischen Leistungsfähigkeit der Infrastruktur- und Anwendungssysteme. Vielmehr sind auch die IT-Services zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Wertschöpfung der Unternehmen geworden, weil die Geschäftsprozesse eine reibungslos funktionierende und hochverfügbare Technikunterstützung benötigen.

Nicht zuletzt aus dieser Erkenntnis heraus widmen sich die Unternehmen seit geraumer Zeit in immer stärkerem Maß intelligenten Sourcing-Modellen, bei denen sie Services auf spezialisierte IT-Provider übertragen. Dahinter verbirgt sich der Gedanke der Arbeitsteilung, wie man ihn aus der Fertigungsindustrie her kennt und bei dem verschiedene Spezialkompetenzen vernetzt werden. Die Vorteile sind insbesondere eine höhere Gesamtqualität bei gleichzeitig geringeren Kosten und einem Zuwachs an Flexibilität."

"Die industrielle Fertigung kennzeichnet sich vor allem durch eine geringe Fertigungstiefe mit sehr arbeitsteiligen Prozessen sowie einen hohen Grad an Automatisierung und Standardisierung – sowohl intern als auch mit den Zulieferern und Leistungspartnern. Dieser Industrialisierungsgedanke auf die Informationstechnik angewendet  bedeutet, dass die IT-Prozesse in einem wesentlich intensiveren Maß als bisher standardisiert werden müssen und auch das Sourcing neuer Gestaltungskonzepte bedarf.

Insbesondere in größeren Unternehmen bestehen schon erste deutliche Ansätze, die Methoden und Konzepte der industriellen Fertigung auf die IT zu übertragen. Allerdings befindet sich diese Entwicklung noch in ihren Anfängen, weil sie ein ganz neues Selbstverständnis in der Informationstechnik mit vielfältigen Konsequenzen für die Praxis einläutet. Schließlich wird hierbei keine neue Technik eingeführt, sondern es geht um einen neuen Grundgedanken, wie mittels der IT neue Potentiale bei der Kostenreduzierung, Wertschöpfung und Wettbewerbsflexibilität aktiviert werden können."

"Die IT wird in diesem Zusammenhang lernen müssen, sich arbeitsteiliger aufzustellen. Was nicht zu den tatsächlichen Kernkompetenzen gehört, sollte über externe Spezialisten in einem eigenen Kompetenz-Netzwerk bereitgestellt werden. Das Prinzip der Arbeitsteilung betrifft dabei grundsätzlich die Softwareentwicklung ebenso wie den Betrieb der technischen Infrastruktur und das breite Feld der weiteren IT-Dienstleistungen.

Aber mit der Arbeitsteilung und Vernetzung ist keineswegs die Notwendigkeit einer eng gefassten Standardisierung von Diensten verbunden. Im Gegenteil kennzeichnen sich intelligente Sourcing-Konzepte dadurch, dass die IT-Services funktional wie hinsichtlich der Performance sehr präzise und zudem sehr flexibel auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden."

"Die Optimierungsabsichten auf der wirtschaftlichen Seite in Verbindung mit einer konsequenten Verschlankung der Unternehmensstruktur sind Ausdruck mittelfristig angelegter Strategien, um eigene Marktpositionen zu sichern bzw. der Wettbewerbsfähigkeit eine höhere Dynamik zu verleihen. Letztlich geht es dabei um das Ziel, die Renditeperspektiven zu verbessern.

Infolge dessen haben sich in der jüngeren Vergangenheit Unternehmenskonzepte darauf fokussiert, eine flexiblere Handlungsfähigkeit – etwa durch deutliche Verringerung der Fixkostenverhältnisse und schlankere Strukturen – zu finden. Der höhere Flexibilitätsanspruch zugunsten einer besseren Renditesteuerung beeinflusst die Hinwendung maßgeblich, verstärkt externe IT-Services in Anspruch zu nehmen."

"Wenn Unternehmen IT-Funktionen auf Kompetenzpartner übertragen, dann stehen wir als IT-Provider in einer besonderen Pflicht und Verantwortung. Der Kunde gibt uns einen Vertrauensvorschuss, dem wir jeden Tag neu gerecht werden müssen, indem wir ihm einen spürbaren Mehrwert bieten.

Deshalb konzentrieren wir uns mit großem Engagement darauf, die Unternehmen im engen Dialog sehr präzise in ihren Bedürfnissen zu verstehen und über intelligente Methoden die notwendigen konzeptionellen Impulse für anspruchsvolle Dienste zu entwickeln. Damit das Unternehmen die Flexibilität bekommt, die es benötigt. In anderen Worten: Unsere IT-Services sollen zu einem positiven Erlebnis für die Kunden werden, ganz gleich, welche Leistungen sie von uns in Anspruch nimmt."